Testspiel / Stadion: Reichshofstadion / Zuschauer: 1.200

 

100 Jahre Sportclub Austria Lustenau: Der Zweitligist aus Vorarlberg feierte sein hundertjähriges Bestehen mit einem großen Jubiläums – Wochenende, an dem sich neben den allgemeinen Festlichkeiten rund um das Zelt mit Livemusik auch 4 Mannschaften zum Vorbereitungsspiel duellierten. Den Anfang machte die Heimmannschaft der Austria mit einem Spiel gegen den TSV 1860 München, ehe im Anschluss das vermeintliche Hauptspiel zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und Red Bull Salzburg anstand.

Ca. 1200 Zuschauer, darunter 200 Löwenfans, fanden sich zum Auftaktspiel im ansässigen Reichshofstadion in Lustenau ein. Im Vorfeld gab es die Möglichkeit, Tageskarten im Wert von 20€ zu kaufen, die das komplette Festprogramm sowie beide Spiele beinhalteten. Da es unter anderem den Gästen aus München wohl eher am Herzen lag, die 90 Minuten ihrer Mannschaft zu verfolgen, steht dieser Preis leider in keinem Verhältnis für ein unbedeutendes Vorbereitungsspiel. „Wochenendpässe“ gab es übrigens für 30€ inkl. einem Geschenkgutschein über selbigen Wert.

Ganz im Zeichen eines Vorbereitungsspiels legten beide Trainer wert darauf, ihr gesamtes Spielermaterial auf die Probe zu stellen. Allen voran der neue 1860 – Trainer Ricardo Moniz brachte insgesamt 24 Spieler zum Einsatz und stellte zum Seitenwechsel auch das Spielsystem um. Obwohl der Zweitligist aus München als Favorit in die Partie ging, setzte sich am Ende die Heimmannschaft der SC Austria mit dem Tor des Tages in der 13. Minute in Form von Abu Kargbo durch. Trotz der zahlreichen Torchancen auf Seiten der Gäste und dem fehlenden Quäntchen Glück können die Münchner mit dieser Leistung und dem entsprechenden Ergebnis überhaupt nicht zufrieden sein.

Unter der überdachten Stahlrohrtribüne, der Heimkurve des Reichshofstadions, versammelten sich während des Spiels ca. 300 Zuschauer, von denen ein Kern von ca. 40 Leuten die erste Halbzeit mit dauerhaftem Support nutzte. Unter Einsatz einiger Fahnen geht der Support für ein Testspiel absolut in Ordnung. Bei einem Rundenmatch wird sicher auch beim SC Austria einiges geboten sein. Allgemein entsteht das doch recht große Fassungsvermögen (8.800 Plätze) erst durch die beiden Stahlrohr – Hintertortribünen, da die überdachte Sitzplatztribüne recht klein ist, aber besten Blick auf das Spielfeld bietet. Auf der anderen Stahlrohrtribüne fanden die angereisten Gäste aus München Platz, die während dem Spiel nur zeitweise Unterstützung für die Mannschaft lieferten. Auf beiden Seiten wurde es noch einmal richtig laut, als der Mannschaftsbus von RB Salzburg ankam und beide Seiten mit Anti RB – Gesängen auf sich aufmerksam machten. Nicht alle im Stadion waren von dieser Aktion begeistert, es wurde auch der ein oder andere Pfiff wegen der fehlenden Toleranz für den Dosenclub vernommen.

Ein schönes Jubiläumsgeschenk für den Teilnehmer der zweiten österreichischen Liga, wenn auch der gesamte Festtag einen eher faden Beigeschmack hatte. Neben der Einladung der Salzburger Mannschaft nutzte der österreichische Getränkehersteller diesen Tag komplett, um sein Produkt in den Vordergrund zu stellen. Hierzu gehörte unter anderem auch eine Showeinlage des berühmten Extremsportlers F. Baumgartner.

Die Fanszene des FCK rief dazu auf, das Spiel gegen RB Salzburg zu boykottieren und hatte zum Folgespiel nur wenige Anhänger, vorwiegend aus dem bayrischen Raum, zu ihrem Testspiel mitgebracht. Ein wichtiger Schritt, da zum Jubiläum eines traditionsreichen Sportclubs auch der Sport – in jenem Fall der Fußball – immer im Vordergrund stehen muss.

Text: Marcel Bär